Musik für morgens um zwei Uhr in der Lieblingsbar

Morgens um zwei Uhr am Tresen der Lieblingsbar kann die Welt sehr in Ordnung sein. Dazu bedarf es allerdings gewisser Voraussetzungen. Die erste Voraussetzung ist selbstredend eine seriöse Getränkeauswahl, die bitte auch seriös – also von fachkundiger Hand – zubereitet und gereicht werden sollte. Z.B. ist Rotwein an einem warmen Sommertag in „Zimmertemperatur“ ausgeschenkt schlichtweg ungenießbar. Eis in einen 20 Jahre alten Scotch zu kippen ist mindestens genau so fragwürdig wie… Die Liste ließe sich fortsetzen, aber lassen wir das. Wenden wir uns der Musik zu, der zweiten Voraussetzung für einen gelungenen Absacker, denn um die geht es ja hier.

Herr Delbrügge wollte mit dieser Band nicht einfach nur irgendwelche Musik spielen. Er hatte einen tieferen Beweggrund, einen Masterplan, diese formidable Kapelle zu gründen: Er wollte endlich die Musik schreiben und spielen, die er selbst morgens um zwei Uhr am Tresen seiner Lieblingsbar hören möchte. Jazz? Blues? Soul? Filmmusik? Auf jeden Fall Musik »irgendwo zwischen Duke Ellington, Tom Waits und Clärchens Ballhaus«. Keinesfalls also Formatradiodudelfunkmusik oder Musik einer Playlist, die von undurchsichtigen Algorithmen bestimmt wird. Als sich Herr Delbrügge im Sommer 2020 – dank Covid-19 arbeitslos und reich an Tagesfreizeit – komponierend auf einer Parkbank wieder fand, wurde es endlich Zeit für „Analogue Souls“.